Rückblick: #GlobalHealthTalk2020- Gemeinsam für Globale Gesundheit im Global Health Hub Germany

Externer Event,  Hub-Event 02. Oktober 2020  I Von: Clara Bohle
Kalender 02. Dez. 2022

Wie kann aktuellen Herausforderungen im globalen Gesundheitsbereich begegnet werden und welche Bedeutung kommt der sektor- und akteursübergreifende Zusammenarbeit auch angesichts der aktuellen COVID-19 Pandemie zu? Über diese Fragen und die damit verbundene Rolle des Global Health Hub Germany, diskutierten vom 22.-24. September 2020 Hub-Mitglieder und globale Gesundheitsexpert*innen auf dem virtuellen #GlobalHealthTalk2020.

About the event:

Wie kann aktuellen Herausforderungen im globalen Gesundheitsbereich begegnet werden und welche Bedeutung kommt der sektor- und akteursübergreifende Zusammenarbeit auch angesichts der aktuellen COVID-19 Pandemie zu? Über diese Fragen und die damit verbundene Rolle des Global Health Hub Germany, diskutierten vom 22.-24. September 2020 Hub-Mitglieder und globale Gesundheitsexpert*innen auf dem virtuellen #GlobalHealthTalk2020.

„Gemeinsam für Globale Gesundheit“- Zusammenkommen, zusammen lernen und zusammenarbeiten

Der #GloablHealthTalk2020 ging in diesem Jahr in die zweite Runde. Unter dem Motto „Gemeinsam für Globale Gesundheit- zusammenkommen, zusammen lernen und zusammenarbeiten“ diskutierten über 300 Teilnehmende aus den unterschiedlichsten Akteursgruppen vom 22.-24. September 2020 virtuell über aktuelle Themen der Globalen Gesundheit, Herausforderungen und Chancen und darüber, wie diesen durch Zusammenarbeit und Vernetzung in Zukunft besser begegnet werden kann.

Gerade die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, dass zukünftige, transnationale gesundheitliche Herausforderungen nur gemeinsam und durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure gelöst werden können. „Hierbei kann und muss der Global Health Hub Germany als diverses und stetig wachsendes Netzwerk eine besondere Rolle einnehmen“, betonte der Ko-Vorsitzende des neugewählten Lenkungskreises Prof. Dr. Dr. Till Bärnighausen (Institut für Global Health, Universität Heidelberg).

Der Themenbereich Kooperation und Zusammenarbeit im globalen Gesundheitsbereich angesichts COVID-19 stand im Fokus der Podiumsdiskussion „From development to deployment: Cooperation in the area of vaccines, diagnostics and drugs“, bei welcher Dr. Rangarajan Sampath (FIND), Joseph Simmonds-Issler (CEPI) und Marco Alves (Ärzte ohne Grenzen) über die aktuellen Herausforderungen von der Entwicklung bis zur Bereitstellung von Impfstoffen, Diagnostika und Medikamenten diskutierten. Auch beim Austausch mit Vertreter*innen des BMG und des BMZ wurde die Bedeutung verstärkter Kooperation auf EU-Ebene in der globalen Gesundheitspolitik im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft betont.

Neben vielen weiteren spannenden Impulsvorträgen zu Gendermedizin von Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek (Charité Berlin), und Auswirkungen der Pandemie auf Frauen von Rodio Diallo (Bill & Melinda Gates Foundation), dem Zusammenhang von Stadtentwicklung, Digitalisierung und globaler Gesundheit von Dr. Julita Skodra (Institut für Urban Public Health, Uniklinikum Essen) und Dr. Cora Lüders-Theuerkauf (Mobility goes additive e.V.) als Teil der Reihe „Thinking outside the box“ sowie Kurzvorträgen zum aktuellen Stand der Gewinnerprojekte des Ideenwettbewerbs des GHHG (mTOMADY, PPP4Health und Global Health Education), konnten Teilnehmende des #GlobalHealthTalk2020 und Hub-Mitglieder auch selbst aktiv werden: In insgesamt sieben Arbeitsgruppen-Sessions hatten die bestehenden AGs des GHHG die Möglichkeit, sich über (Zwischen-)Ergebnisse und Ziele für das kommende Jahr auszutauschen. Des Weiteren boten von den Mitgliedern selbstorganisierte Netzwerk Sessions die Möglichkeit sich zu diversen weiteren Gesundheitshemen auszutauschen.

 

Der neu gewählte Lenkungskreis stellt sich vor und eröffnet die Debatte um die Zukunft des GHHG

Den Auftakt des #GlobalHealthTalk2020 bildete die Podiumsdiskussion mit drei Mitgliedern des neu gewählten Lenkungskreises des GHHG, Dr. Georg Kippels (MdB), Carolin Schmutte (Leiterin des Deutschlandbüros des Wellcome Trusts) und Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik). Unter dem Motto „Gemeinsam für Globale Gesundheit“ diskutierten die neugewählten Lenkungsmitglieder untereinander und mit dem Publikum über Ziele und die zukünftige Rolle des GHHG in der globalen Gesundheitspolitik.

Die von den GHHG-Mitgliedern gewählten Vertreter*innen des Lenkungskreises betonten dabei, dass die Gründungsphase des GHHG von administrativen und strategischen Themen wie der Erarbeitung und Verabschiedung der Satzung geprägt war. In der neuen Phase, in welcher der GHHG kurz vor dem 1000 Mitglied steht, wird sich der GHHG stärker inhaltlich positionieren.

Caroline Schmutte erklärte, dass der Hub Diskussionen und Fragestellungen, wie beispielsweise eine faire Verteilung von COVID-19 Impfstoffen aussehen kann, „umfangreicher inhaltlich und konstruktiv begleiten solle“. Dabei betonte Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, dass die aktuelle Krise als „Lernmoment“ betrachtet werden müsse, um in Zukunft auch aktuelle Themen im Hub zu beleuchten, wie beispielweise den „One-Health“-Ansatz. Dr. Georg Kippels verwies darauf, dass es gerade in Zeiten vernetzter Problemstellungen und neuer globaler Megatrends essentiell sei, den Netzwerk- und Austauschcharakter des Hub hochzuhalten. Dies setze eine ressortübergreifende Zusammenarbeit in der globalen Gesundheit voraus. Das Ziel des Hub, insbesondere in Hinblick auf die aktuelle Krisensituation, müsse sein, „die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt zusammenzubringen um Lösungen für aktuelle Probleme zu finden“, erklärte Caroline Schmutte.

Neben dem Anspruch, Entwicklungen der globalen Gesundheit stärker inhaltlich zu begleiten und neue Themenfelder zu erschließen, warten im Jahr 2021 eine Reihe neuer Herausforderungen auf den GHHG: Zum einen wird die Frage nach der Anschlussfinanzierung den Lenkungskreis beschäftigen. Ebenfalls stellt sich die Frage, wie weitere Akteure u.a. Bundesministerien als auch Vertreter*innen anderer Sektoren, in Zukunft stärker in die Arbeit des GHHG einbezogen werden können.

 

Was haben wir aus der COVID-19 Pandemie über Viren und Pandemien gelernt? Prof. Dr. Christian Drosten gibt Antworten beim #GlobalHealthTalk2020

Zum Abschluss des #GlobalHealthTalk2020 gab Prof. Dr. Christian Drosten (Direktor des Instituts für Virologie, Charité) Antworten darauf, was wir bislang aus der COVID-19 Pandemie über Viren und den generellen Umgang mit Pandemien gelernt haben.

Da der Pandemieverlauf von Land zu Land unterschiedlich ist, ist eine generelle Aussage, in welchem Stadium wir uns in der Pandemie befinden, schwierig zu treffen. „Während einige Länder immer noch mit den Auswirkungen der 1. Welle kämpfen, befinden sich andere bereits in einem Zwischenstadium zwischen erster und zweiter Welle“. Als Hauptgrund für diese Unsicherheiten bei der Bewertung und Einschätzung des globalen Infektionsgeschehens, nennt Prof. Dr. Christian Drosten insbesondere den Mangel an zuverlässigen Daten.

Weitergehend betonte der Virologe, dass sich das Wissen über COVID-19 stetig erweitert, insbesondere hinsichtlich Risikofaktoren und, Immunität. So wissen wir heute, dass bestimmte Vorerkrankungen wie Asthma, anders als zunächst vermutet, keine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei einer Infektion mit COVID-19 darstellen. Andersherum konnten Wissenschaftler*innen weltweit gezielt Risikofaktoren identifizieren, darunter Übergewicht und Diabetes, die nachweislich das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs (auch bei jüngeren Menschen) erhöhen.

Das kontinuierliche Anwachsen von wissenschaftlichen Erkenntnissen in Bezug auf COVID-19 ist auch Grundlage für eine Reihe von Innovationen. Hier verweist Prof. Dr. Christian Drosten insbesondere auf die aktuell neun Impfstoffkandidaten, die sich in Phase-3 des Zulassungsverfahrens befinden, sowie auf die Entwicklung von Schnelltests, die vor allem an Orten wie Seniorenheimen Entlastung für Bewohner*innen, Familienangehörige und Personal bedeuten könnten.

Doch welche Interventionen waren nun effektiv in der Eindämmung der COVID-19 Pandemie und was können wir für zukünftige Gesundheitskrisen mitnehmen?

Laut Prof. Dr. Christian Drosten deuten alle bisherigen wissenschaftlichen Studien darauf hin, dass der frühe Lockdown, „höchst effizient und effektiv war“. Neben gesundheitspolitischen Entscheidungen betont er aber auch, dass die wichtigste und effektivste Intervention gegen COVID-19 umfangreiche gesundheitliche Aufklärung und Wissen sei. In Deutschland, so Drostens Eindruck, hat dies ebenfalls gut funktioniert, sodass „Bürger*innen Grundprinzipien zum Infektionsgeschehen und -schutz verstehen und mitdenken können“. 

Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die am diesjährigen virtuellen #GlobalHealthTalk2020 teilgenommen haben, insbesondere allen Sprecher*innen und Organisator*innen der verschiedenen Sessions.

Die Aufzeichnungen des #GlobalHealthTalk2020 werden in Kürze veröffentlicht.

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