Rückblick: Virtuelle Austauschrunde - Themenabfrage zur deutschen G7-Präsidentschaft 2022

Externer Event,  Hub-Event 30. April 2021  I Von: Judith Miller
Kalender 30. Dez. 2022

Welche Themen werden die G7-Präsidentschaft Deutschlands im Jahr 2022 bestimmen? Um der Antwort dieser Frage näher zu kommen und Ideen auszutauschen trafen sich Vertreter*innen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 21. April 2021 gemeinsam mit dem Lenkungskreis und  Mitgliedern des GHHG, die sich an der Themenabfrage zur deutschen G7-Präsidentschaft des GHHG beteiligt haben.

About the event:

Welche Themen werden die G7-Präsidentschaft Deutschlands im Jahr 2022 bestimmen? Um der Antwort dieser Frage näher zu kommen und Ideen auszutauschen trafen sich Vertreter*innen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 21. April 2021 gemeinsam mit dem Lenkungskreis und  Mitgliedern des GHHG, die sich an der Themenabfrage zur deutschen G7-Präsidentschaft des GHHG beteiligt haben.

36 Akteure bzw. Akteursgruppen des GHHG haben insgesamt 26 Themenvorschläge eingereicht, die während der Austauschrunde gemeinsam diskutiert wurden. Darunter waren u. a. die Themenfelder Pandemieprävention und -management, Impfstoffherstellung und -verteilung, Finanzierungsinstrumente für globale Gesundheit, One Health, Gender, die langfristige Koordination internationaler Organisationen und der Global Health Treaty.
 

Hinter den Kulissen: Perspektiven der Ministerien auf die Themen der deutschen G7-Präsidentschaft 

Als Vertreter*innen des BMG gaben Paul Zubeil, Unterabteilungsleiter der Abteilung „Europäische und Internationale Gesundheitspolitik“, Dagmar Reitenbach, Referatsleiterin für „Globale Gesundheitspolitik“, und Elisabeth Schulte, Referentin für „Globale Gesundheitspolitik“ Einblicke in die Themengestaltung und Abstimmungsprozesse der G7 im Bereich der globalen Gesundheit. Zusätzlich stellten Franca Schwarz, Referentin im Referat „Globale Gesundheitspolitik und -finanzierung“ im BMZ und Dr. Marit Metternich, Referentin im Referat „Forschung für globale und öffentliche Gesundheit; Umwelt und Gesundheit“ im BMBF, Themen vor, die in ihren Ressorts prioritär für die G7-Präsidentschaft diskutiert werden. Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und Mitglied im Lenkungskreis des Global Health Hub Germany, moderierte die Austauschrunde, bei der auch Teilnehmende die Möglichkeit hatten, ihre Kommentare und Fragen einzubringen.

Die G7-Präsidentschaft Deutschlands soll inhaltlich an die aktuelle Präsidentschaft Großbritanniens anknüpfen und dabei eigene Akzente setzen, so Herr Zubeil. Unter der aktuellen Präsidentschaft stellt Gesundheit einen von drei Schwerpunkten dar. Fokusbereiche sind dabei u. a. One Health, Antibiotikaresistenzen und digitale Gesundheit. In der deutschen Präsidentschaft solle ebenfalls die Pandemieprävention und -reaktion eine große Rolle spielen. Bei der Priorisierung der Themen sei es wichtig, konkrete Ergebnisse im Blick zu behalten, welche die G7 erreichen kann, erklärten Herr Zubeil und Frau Metternich.
Bereits im Jahr 2015, bei der letzten G7-Präsidentschaft Deutschlands, lag ein Schwerpunkt auf dem hochaktuellen Thema „Global Health Crisis Management“. Während der G7-Präsidentschaft 2022 soll gewährleistet werden, dass die WHO ausreichend finanzielle Mittel erhält, damit sie bei Gesundheitskrisen besser ausgestattet ist. Auch sollen Gesundheitssysteme gestärkt werden, sodass u. a. weltweit gute Überwachungsmechanismen für Krankheiten sowie eine gute medizinische Grundversorgung vorhanden sind. Für mehr finanzielle Mittel werbe das BMG daher in verschiedenen Kreisen, wie bspw. der G20. Während das BMG die Themengestaltung für den Gesundheitsbereich federführend für die Bundesregierung mitgestaltet, setzt das BMBF seinen Fokus auf das Themenfeld Forschung und Entwicklung. Für das BMBF seien dabei bspw. Forschung zu neuen Therapien und Diagnostika von Infektionskrankheiten, Forschung zu Impfstoffen, die Entwicklung neuer Antibiotika sowie der Zugang zu Medikamenten interessant.
 

Diskussion mit den Teilnehmenden zu eingereichten Themenvorschlägen:
 

Global Health Treaty

Seitens der Teilnehmenden wurden zahlreiche Fragen und Kommentare geäußert, so bspw. zum Global Health Treaty, der in einem Statement am 19. Februar 2021 durch die G7 benannt wurde. Diskutiert wurde, inwieweit Deutschland plane, einen solchen Vertrag, vergleichsweise mit dem Pariser Klimaabkommen für den Gesundheitsbereich, weiterzuverfolgen. Das BMG berichtete über den aktuellen Stand der Diskussion. Noch sei unklar, ob aus dem Vertrag eine konkrete Verpflichtungserklärung resultieren kann oder dieser nur Empfehlungen enthalte.
 

One Health und Gender

Themenvorschläge für die deutsche G7-Präsidentschaft wurden auch zu One Health und Gender eingereicht. Der One Health - Ansatz werde derzeit gelebt, indem ein stärkeres Verständnis für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren vorhanden sei, so das BMG und das BMBF. Auch Datenanalysen, die über die Betrachtung menschlicher Gesundheit hinausgehen, sollen zunehmen. Das Themenfeld Gender und Gesundheit sei ebenfalls wichtig, da sich die Lage während der Pandemie deutlich verschärfe. Das BMG betonte die wachsende Bedeutung beider Themen und wies darauf hin, dass diese auch bereits in der G7-Präsidentschaft Großbritanniens an Prominenz gewonnen haben.
 

Die Koordinierung zwischen internationalen Organisationen und Patentschutz

Eine weitere Herausforderung, die im Rahmen des Austauschs diskutiert wurde, ist die Koordinierung internationaler Organisationen. Auf Dauer müssen verschiedene Institutionen und Organisationen, die sich mit Gesundheit befassen, derart koordiniert werden, dass Doppelstrukturen vermieden werden und somit auch (finanzielle) Effizienz gesteigert wird.
Gefragt wurde zudem nach dem deutschen Anknüpfungspunkt zu einem möglichen zeitweisen Aussetzen des Patentschutzes bei Impfstoffen. Dies werde derzeit kontrovers diskutiert, so das BMG, da Patente ein Innovationsinstrument sind. Ein Ziel sei die lokale Impfstoff- und Arzneimittelproduktion zu steigern. Ein Inkrafttreten der „African Medical Agency“ (AMA) wäre dafür ein wichtiger Schritt, ebenso wie zur Stärkung der Unabhängigkeit des afrikanischen Kontinents bspw. beim Zugang zu Impfstoffen.
 

Die Abfrage von Themenvorschlägen im Bereich der globalen Gesundheit für die deutsche G7-Präsidentschaft im Jahr 2022 stieß bei den Mitgliedern des GHHG auf positive Resonanz. Auch in Zukunft will der Hub ähnliche Formate zum Ideenaustausch umsetzen und somit einen Beitrag zum sektorenübergreifenden Dialog in der globalen Gesundheit leisten.

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