"Mitglieder stellen sich vor" - Dr. Anita Schick

10. Dezember 2020 I  Neues aus dem Hub  I Von : Geschäftsstelle

Im September lud die AG Global Mental Health des Global Health Hub Germany im Rahmen des jährlich stattfindenden Global Health Talks Dr. Anita Schick als Sprecherin für eine Session über globale psychische Gesundheit ein. Frau Dr. Schick gefiel die Veranstaltung so gut, dass Sie neugierig auf die Arbeit des Hubs wurde und sich als Mitglied anmeldete. So wurde Frau Dr. Schick das 1000. Mitglied des GHHG. Um das zu feiern, haben wir Sie abermals eingeladen, uns etwas über sich, ihre Arbeit und ihre bisherigen Erfahrungen im Hub zu erzählen.

Hallo Frau Dr. Schick und nochmal herzlich willkommen beim Global Health Hub Germany. Bitte stellen Sie sich und Ihre Schwerpunkte am Zentralinstitut (ZI) für Seelische Gesundheit in Mannheim doch als erstes kurz vor.

Ich bin Post-Doc und Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Public Mental Health am ZI in Mannheim. Unsere Abteilung ist noch relativ neu. Wir haben erst vor kurzem unser zweijähriges Bestehen gefeiert. Ich glaube es wurde auch während meines Talks beim Global Health Hub deutlich, dass das Thema Public Mental Health recht neu im Bereich Global Health ist. Wir haben eine der wenigen Professuren mit diesem Schwerpunkt hier in Mannheim. Der Fokus unserer Abteilung ist vor allem die Entwicklung und Untersuchung von M-Health Interventionen. Wir setzen also „Mobile Health“ ein, um direkt im Alltag Interventionen mit Hilfe digitaler Technik anbieten zu können. So finden wir sozusagen den Weg hinaus aus der Klinik in das echte Leben.

 

Wie würden Sie sagen dockt der Bereich der Public Mental Health an globale Gesundheit an und was für Problemkomplexe sehen Sie im Vordergrund?

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen COVID-19 Pandemie ist klar geworden, dass die psychische Gesundheit eine große Rolle spielt und dass sie über Landesgrenzen hinweg gefördert werden muss. In diesem Bereich können zum Beispiel digitale Techniken für die psychische Gesundheitsförderung eingesetzt werden.

 

In Ihrer Forschung spielt das Konzept der Resilienz eine wichtige Rolle. Durch die momentan herrschenden Umstände werden vorhandene Resilienzen bestimmt auf die Probe gestellt.

Ja genau. Deshalb sind vor allem im Bereich der Prävention auf allen Ebenen tätig. Dabei geht es darum Erkrankungen vorzubeugen, aber wir bieten auch Interventionen an, wenn psychische Beschwerden bereits aufgetreten sind und Rückfällen vorgebeugt werden soll.

 

Zum Thema „Soziale Isolation, Psychische Gesundheit und die Anwendung von digitalen Interventionen bei Jugendlichen während COVID-19“ haben Sie im September bereits während der Global Health Talk 2020 Online-Konferenz vorgetragen. Sind Sie so auf den Global Health Hub aufmerksam geworden?

Ja genau, durch die Einladung zum Vortrag habe ich den Global Health Hub Germany kennengelernt. Ich fand die Reihe, die angeboten wurde, sehr interessant und bin dem Hub deshalb auch beigetreten. Das ist auch genau die Schnittmenge, die uns und unsere Abteilung interessiert.

 

Inwiefern ist die sektor- und akteursübergreifende Zusammenarbeit im Bereich der globalen Gesundheit Ihrer Ansicht nach besonders wichtig?

Ich denke sektorübergreifende Kooperation ist vor allem notwendig, um Synergien zu nutzen. Anstelle von verschiedenen parallelen Entwicklungen an unterschiedlichen Stellen tauscht man sich aus und bündelt Kompetenzen. So entstehen keine Lücken und Hilfe kann durchgängig angeboten werden. Akteursübergreifende Konzepte sind in unserer Arbeit besonders wichtig. Wir haben deshalb zum Beispiel viele Projekte, bei denen wir Angehörige und Betroffene im Bereich der digitalen Gesundheit mit einbeziehen. Wir binden potenzielle Nutzergruppen in die Entwicklung unserer digitalen Interventionen ein, denn nur so kann Forschung aus dem Elfenbeinturm hinaustreten und Dinge implementieren, die sinnvoll und nützlich sind und die auch genutzt werden. Hoffentlich kann so auch der Nutzen von Wissenschaft erfahrbar gemacht werden, wenn es zu tatsächlichen Symptomreduktionen kommt und Hilfestellungen wahrgenommen werden können.

 

Zum Abschluss würde ich Sie gerne fragen, was für Sie globale Gesundheit bedeutet.

Für mich bedeutet globale Gesundheit, dass wir versuchen, die Gesundheit von allen zu fördern und dabei ist Gesundheit ganz im Sinne der WHO-Definition nicht nur die Abwesenheit von Krankheit. Krankheiten halten zudem nicht an Ländergrenzen, das haben wir nicht zuletzt auch im Rahmen der Pandemie gesehen. So sollte es auch wichtig sein, dass wir versuchen in größerem Maßstab, über Länder und über einzelne Gruppen von Betroffenen hinweg, Gesundheitsangebote zu liefern, die evidenzbasiert sind und Nutzen bringen.

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