Rückblick: Launch Event der Hub Community „NCDs”

10. Mai 2022 I  News  I Von : Anna-Lena Hasselder

Am 28. April 2022 fand der Launch der neuen Hub Community „Non-Communicable Diseases“ (kurz: NCDs) in Kooperation mit der Technischen Universität München statt. 

Was will die Community of Practice zu NCDs erreichen? 
Aufgrund der hohen Gesundheitslast von NCDs weltweit, fordert die Hub Community (HC) mehr Aufmerksamkeit für die Thematik und verstärkte Maßnahmen in den einzelnen Ländern.

Das Core Team, bestehend aus Prof. Dr. Dr. Andrea Winkler, Centre for Global Health, Technische Universität München, Dr. Andreas Ullrich, Internist, MPH, Gastwissenschaftler, Charité Berlin, Prof. Dr. Stefanie Klug, Ordinaria, Lehrstuhl für Epidemiologie, TU München, und Dr. Samuel Knauss, Neurologe und Neurowissenschaftler der Charité, beschreibt dass Präventionsmaßnahmen im globalen Norden anlaufen würden, der globale Süden jedoch weniger vorbereitet sei. Dieses könnte zukünftig durch den epidemiologischen Wandel zu Problemen führen, da ein Anstieg der Krankheitslast zu erwarten sei. Demnach ist es wichtig, zeitnah und vorbeugend zu handeln. An der Paneldiskussion nahmen darüber hinaus Michael Fredrich, Lead Access to Medicine Bayer AG, Pharmaceuticals, Dr. Sabine Ludwig, Gründerin und Leiterin von Women in Global Health, und Dr. Judith von Heusinger, Medizinische Entwicklungszusammenarbeit, Else Kröner-Fresenius-Stiftung, teil.  

Die Zusammenarbeit fördern
Handeln ist richtig und gut, doch was sind zielgerechte Ansätze, um Präventionsmaßnahmen zu mobilisieren? Die Hub Community hebt hervor, dass die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit eine Schlüsselkomponente darstellen könnte, um die Gesundheitslast zu reduzieren und vorausschauend handeln zu können. Demnach müsse das „Silo Denken“ überwunden werden, sowie integrative und partizipative Ansätze von Anfang an geschaffen werden, um lokale Partner und kontextspezifisches Wissen einzubinden. Hierbei sei es wichtig, nicht nur Daten zu sammeln, sondern Forschungsergebnisse zurückfließen zu lassen. Nur so können zielgruppengerechte und nachhaltige Präventionsmaßnahmen geschaffen werden. „Inter- und Transdisziplinarität ist enorm wichtig. Wenn es weh tut und man akzeptiert, dass man kein Experte für alles sein muss, dann funktioniert die Zusammenarbeit“, erklärt Prof. Andrea Winkler, Co-Direktorin des Centre für Global Health an der medizinischen Fakultät der Technische Universität München. 

Die Gesundheitsstrukturen ausbauen
NCDs haben in vielen Ländern einen niedrigeren Stellenwert als andere Erkrankungen. Dieses liegt oft an der Tatsache, dass viele Länder ihren Fokus weiterhin auf Infektionskrankheiten setzen oder Fachkenntnisse und Strukturen vorausgesetzt werden, die nicht vorhanden seien. Daher ist es wichtig, Gesundheitsstrukturen auszubauen und richtig zu nutzen. Die aufgebauten Infrastrukturen zur Bekämpfung von HIV und lessons learned, sollten auf weitere Konditionen übertragen werden, um mögliche Synergien zu befördern. Im globalen Süden sei es demnach wichtig, Fachpersonal auszubilden, Versorgungslücken zu füllen, und fehlende diagnostische Mittel wie u.a. Labore aufzurüsten. Medikamente, um nichtübertragbare Krankheiten, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu behandeln, fehlen zum einen, müssen zum anderen aber auch oft individuell angepasst werden. Dieses sei vor allem in ländlichen Gegenden schwer umsetzbar, sodass z.B. Mobile Diagnostikinstrumente und Digitale Methoden, neuartige Ansätze darstellen könnten, um die Problematik zu vereinfachen. Um dies finanzieren zu können, sei es laut der CoP wichtig, das politische Momentum der NCD WHO Roadmap zu nutzen um eine politische Bereitschaft anzuregen.  

Deutsches Engagement ist wichtig 
Laut der Hub Community hat Deutschland die Präventionsmaßnahmen in den letzten Jahren ausgebaut, um nichtübertragbaren Krankheiten national vorzubeugen. Es sei jedoch weiterhin wichtig, über Risiken aufzuklären und gesunde Lebensstile (z.B. gesunde Ernährung und Sport in Schulen) anzuregen. In Bezug auf den globalen Süden, sei es wichtig, dass deutsche Forschungsinstitute und Forschungskenntnisse besser eingebracht und geteilt werden. Im Hinblick darauf, ist auch die finanzielle Unterstützung ein wichtiger Faktor, um NCDs global vorzubeugen. Durch einen Anstieg der Finanzierung, könnten übergreifende Gesundheitsnetzwerke ausgebaut und mobilisiert werden, um den zukünftigen Anstieg an Erkrankungen aufzufangen.  

Die nächsten Schritte der Hub Community 
Um die deutsche Politik besser zu informieren, möchte die Hub Community zukünftig ein Positionspapier veröffentlichen, was im Nachgang über den GHHG in die Politik hineingetragen werden könnte. Die CoP möchte durch folgende drei Punkte zukünftig einen Beitrag leisten:  
1.) Förderung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit zwischen akademischen, staatlichen, nichtstaatlichen, privaten und zivilen Sektoren, um durch Forschung und Bildung zu nichtübertragbaren Krankheiten Sichtbarkeit für deutsche Akteure zu schaffen, die mit Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (gemäß der Weltbank) zusammenarbeiten 
2.) Das Etablieren von kooperativen, sektorübergreifenden Forschungs- und Bildungsprojekten zu globalen nichtübertragbaren Krankheiten 
3.) Evidenzbasierte politische Empfehlungen an politische Entscheidungsträger zu Gesundheitsstrategien in Bezug auf globale nichtübertragbare Krankheiten erstellen und somit NCDs höher auf die Weltgesundheitsagenda setzen 

Möchten auch Sie Teil der NCD Community sein und die Prävention und Behandlung von NCDs voranbringen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit unserer Leiterin Community Management Merle Wangerin auf: merle.wangerin@globalhealthhub.de

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